
In drei Dimensionen könnte entsprechend mit einer Lochblende ein Punkt der Wellenfläche einer ebenen Welle ausgeblendet werden, von dem sich dann eine Kugelwelle ausbreiten würde.
Huygens'sches Prinzip: Jeder Punkt einer Wellenfläche kann als Ausgangspunkt einer sogenannten Elementarwelle angesehen werden, die sich mit gleicher Phasengeschwindigkeit und Wellenlänge wie die ursprüngliche Welle ausbreitet. Jede Wellenfläche kann als Einhüllende von Elementarwellen aufgefasst werden. (Christian Huygens (1629 – 1695), in seinem „Traité de la Lumière“ (1678))

Huygens war Holländer. Sein Name wird leider meistens falsch
ausgesprochen. Die korrekte Aussprache können Sie sich hier anhören.
2. Wie lineare Wellen werden auch zwei- oder dreidimensionale Wellen reflektiert, wenn sie auf ein Hindernis treffen. In der Abbildung laufen gerade Wellen in der Wellenwanne von links auf ein Hindernis zu. Das Hindernis bildet mit den Wellenfronten einen Winkel von 45°. Die Wellenfronten der reflektierten geraden Welle stehen daher senkrecht zu den Wellenfrontn der einlaufenden Welle.

Diese Reflexion lässt sich mit der
Theorie der Elementarwellen beschreiben.
| (1) Es werden zwei Punkte A und B auf einer Wellenfläche betrachtet. (2) Der Punkt A trifft im Punkt A1 auf das reflektierende Hindernis und lässt dort eine Elementarwelle entstehen. |
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| (3) Der Punkt B1
benötigt noch die Zeit Mit der Phasengeschwindigkeit c
der Welle gilt (4) In der Zeit
ausgebreitet. |
|
(5) Von B2 aus wird die Tangente an
den Kreis mit Mittelpunkt A1 gelegt. Sie berührt den
Kreis im Punkt A2 und ergibt die Einhüllende aller
Elementarwellen, die von den Punkten zwischen A1 und B2
in der Zeit
ausgegangen sind.
(6) Als Einfallswinkel
wird der Winkel bezeichnet, den die Wellenstrahlen der einlaufenden
Welle mit dem Lot auf dem Hindernis einschließen. Entsprechend
ist der Reflexionswinkel
der Winkel zwischen dem Lot und
den Wellenstrahlen der reflektierten Welle. Der Zeichnung ist zu
entnehmen, dass die Dreiecke A1B2B1 und
A1B2A2 übereinstimmen in der Seite
A1B2, den Seiten A1A2 und B1B2,
sowie den Winkeln bei B1 bzw. A2. Nach dem
Kongruenzsatz SSWg sind die Dreiecke also kongruent. Damit
ergibt sich das Reflexionsgesetz:
.
3. In einer Wellenwanne wird durch eine auf den Boden der Wanne gelegte Glasplatte die Wassertiefe teilweise verringert. Im Bild ist der Bereich mit geringerer Wassertiefe rechts unten.

Es ist zu beobachten, dass die einlaufenden
geraden Wellen an der Grenze der unterschiedlichen Wassertiefen eine
plötzliche Richtungsänderung erfahren. Diese Erscheinung wird Brechung
genannt. Gleichzeitig ist zu sehen, dass die Wellenlänge
über der Glasplatte kleiner als im tieferen Wasser
ist. Da die Frequenz in jedem Punkt der Wasseroberfläche aber
gleich geblieben ist, muss wegen
die
Ausbreitungsgeschwindigkeit c abgenommen haben: In flachem
Wasser ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit kleiner als in tiefem Wasser.
Auch die Brechung lässt sich mit der
Theorie der Elementarwellen beschreiben.
| (1) Ein Punkt der
Wellenfläche der aus dem Medium 1 einlaufenden Welle trifft in A1
auf die Grenze der beiden Gebiete mit unterschiedlichen
Ausbreitungsgeschwindigkeiten. Von diesem Punkt breitet sich nun eine
Elementarwelle in das Medium 2 aus. (Die sich in das Medium 1
ausbreitende reflektierte Welle soll hier nicht betrachtet werden.)
(2) Der Punkt B1,der auf
derselben Wellenfläche wie A1 liegt, läuft noch
während der Zeit |
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(3) In dieser Zeit legt die von A1
ausgehende Elementarwelle im Medium 2 die Strecke
zurück.
(4) Von B2 aus wird die Tangente an
den Kreis mit Mittelpunkt A1 gelegt. Sie berührt den
Kreis im Punkt A2 und ergibt die Einhüllende aller
Elementarwellen, die von den Punkten zwischen A1 und B2
in der Zeit
ausgegangen sind.
(5) Als Einfallswinkel
wird der Winkel bezeichnet, den die Wellenstrahlen der
einlaufenden Welle mit dem Lot auf dem Hindernis einschließen.
Entsprechend ist der Brechungswinkel
der Winkel
zwischen dem Lot und den Wellenstrahlen der gebrochenen Welle. Der
Zeichnung sind folgende Beziehungen zu entnehmen:

Damit ergibt sich das Brechungsgesetz:
![]()
4. In einer Wellenwanne werden gerade
Wellen erzeugt. Den Wellen werden verschiedene Hindernisse in den Weg
gestellt, die über den Wasserspiegel hinausragen.
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Es ist auch im Schattenraum der Hindernisse eine schwache Wellenbewegung zu beobachten. Man spricht von der Beugung der Wellen um ein Hindernis oder an einem Spalt.
Verkleinert man den Spalt der mittleren Abbildung, so entsteht hinter dem Spalt ein Wellenfeld mit deutlichen Maxima und Minima.

Ist der Spalt klein im Vergleich zur Wellenlänge, so wirkt er wie ein punktförmiger Erreger. Der Spalt ist dann Ausgangspunkt einer Elementarwelle.

5. Zur rechnerischen Beschreibung der Beugung am Spalt wird die Intensität der gebeugten Welle untersucht. Folgende Voraussetzungen werden gemacht (Fraunhofer'sche Beugung):

In der Zeichnung sind zwei Wellenstrahlen der
von zwei Orten 0 und x auf der Spaltöffnung ausgehenden
Elementarwellen eingetragen. Diese erscheinen wegen der großen
Entfernung des Punktes P, in dem sie interferieren, parallel. Sie
bilden mit der Geradeaus-Richtung, die durch die Senkrechte auf dem
Spalt gegeben ist, den Beobachtungswinkel
.
Der Gangunterschied der beiden Elementarwellen lässt sich aus der Zeichnung ablesen:
![]()
Die Gleichung der von x ausgehenden Elementarwelle lautet

Dabei ist
die
Kreisfrequenz und
die sogenannte Wellenzahl.
Mit obigem Ausdruck für den Abstand r ergibt sich:

Im Punkt P des Wellenfeldes interferieren alle von x = –d/2 bis x = d/2 ausgehenden Elementarwellen:

Unter Benutzung des Additionstheorems
![]()
wird daraus
.
Einsetzen von
:

Die Amplitude der resultierenden Welle in P ist also

Die Intensität ist proportional zum Quadrat der Amplitude:

Die Bedeutung der
Proportionalitätskonstanten I0 ergibt sich aus
dem Grenzwert
. Mit dem Grenzwert
![]()
folgt
.
I0 ist also die Intensität in ungebeugter Beobachtungsrichtung (Hauptmaximum).
Wird noch die Wellenzahl
eingesetzt, ergibt sich schließlich für die
Intensitätsverteilung bei der Beugung am Spalt:

Der Graph dieser Verteilung lässt
erkennen, dass ein prominentes Hauptmaximum in Richtung
vorliegt und
weitere, sehr schwache Nebenmaxima. Je zwei aufeinanderfolgende Maxima
sind durch Interferenzminima getrennt.

Die Interferenzminima ergeben sich aus den Nullstellen der Intensität:

Für die Winkel, unter denen Interferenzminima zu beobachten sind, gilt also
.
Für die Nebenmaxima erhält man
.