Mindmapping
Gehirnhälften und intellektuelle Funktionen
Unser Gehirn besteht aus zwei Hälften, welche
die Tendenz zur Aufteilung grundlegender intellektueller Funktionen besitzen.
Die
rechte Hälfte erscheint bestimmend für Räumlichkeit,
Gestalt, Vorstellungsvermögen, Rhythmus und emotionale Verarbeitung.
Die linke Hälfte steht für Symbole, Wörter, Zahlen,
Logik und Linearität.
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| Die linke Hälfte ist verantwortlich
für das
lineare („logische“) Denken.
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Die rechte Hälfte ist verantwortlich
für das
kreative („räumlich-emotionale“)
Denken.
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Lineare Notizen und Aufzeichnungen
Bei vielen alltäglichen Vorgängen, besonders
aber beim Lernen, sind Notizen oder Aufzeichnungen anzufertigen. Zwei Arten
können unterschieden werden:
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Notizen, in denen man eigene Gedanken darstellt;
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Notizen, in denen man die Gedanken anderer zusammenfasst.
Die Stilart einer Aufzeichnung hängt davon ab,
wer sie verfasst oder welchem Zweck sie dient. So gibt es
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den Erzählstil,
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den Listenstil, in dem die Themen der Reihe nach
aufgezählt werden,
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den Gliederungsstil, bei dem die Themen in Haupt-
und Unterpunkte aufgeteilt werden.
In der Mathematik und in den Naturwissenschaften
treten sehr oft der Listenstil und der Gliederungsstil auf.
Ein Beispiel für eine Liste:
Zahlensystem:
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Natürliche Zahlen
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Bruchzahlen
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Ganze Zahlen
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Rationale Zahlen
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Reelle Zahlen
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Ein Beispiel für den Gliederungsstil:
Rechenarten:
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Strichrechnung
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Punktrechnung
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Potenzrechnung
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Potenzen mit ganzzahligen Exponenten
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Potenzen mit rationalen Exponenten (Wurzeln)
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Der Erzählstil findet sich in der Mathematik
z.B. bei der Beschreibung von geometrischen Konstruktionen, der Darstellung
von Algorithmen („Rechenverfahren“), Beschreibung von Problemen und Aufgaben.
Im allgemeinen werden Notizen oder Aufzeichnungen
in gerader Linie aufgeschrieben, bei Bedarf auch unter Verwendung hierarchischer
Ordnungprinzipien. Diese Standardnotizen bzw. -aufzeichnungen haben einen
großen Nachteil: Sie rufen keine unmittelbaren Assoziationen und
Gedankenverbindungen hervor, und Schlüsselwörter, die wichtige
Ideen transportieren, sind nicht unmittelbar deutlich. Lineare Darstellungen
nehmen wenig Rücksicht auf die intellektuellen Funktionen der beiden
Gehirnhälften. Die rechte Hälfte, deren Domäne Räumlichkeit
und Vorstellungsvermögen sind, wird vernachlässigt.
Mindmapping
Das Konzept des Mindmapping wurde vom englischen
Psychologen Tony Buzan in den 70er Jahren entwickelt, um das ganzhirnige
und ganzheitliche Denken zu aktivieren. Buzan definierte die Mindmap als
eine Ausdruck
radialen Denkens – des Denkens in Bildern und Strukturen,
und damit als eine natürliche Funktion des menschlichen Geistes. Radiales
Denken, weil es hier um assoziative Denkprozesse geht, die von einem Mittelpunkt
ausgehen.
Die Mindmap ist eine wirkungsvolle graphische
Technik, um diese Gedankenprozesse darzustellen und durch ihre Sichtbarkeit
zu verstärken. Die grundlegenden Eigenschaften von Mindmaps sehen
so aus:
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Im Zentrum steht ein Zentralbegriff / ein Zentralbild.
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Von diesem zentralen Begriff / Bild gehen wiedrum
Hauptthemen aus, die wie Äste abstrahlen.
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Die Hauptzweige und die weiteren Verästelungen
enthalten Schlüsselwörter oder -bilder.
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In ihrer Gesamtheit bilden die Zweige ein verbundenes
Geflecht, das durch die grundlegende Ordnungs-Idee der jeweiligen Schlüsselwörter
bestimmt ist.
Ein einfaches Beispiel soll dies verdeutlichen:

Beim Erstellen einer Mindmap lassen sich sechs
Phasen unterscheiden.
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Definieren Sie Thema und Ziel der Aufgabe.
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Erstellen Sie schnell eine Erste-Idee-Mindmap.
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Überarbeiten Sie diese erste Map, indem Sie
eine grundlegende Ordnungs-Idee sowie eine Hierarchie der Schlüsselwörter
aufstellen.
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Anschließend lassen Sie Ihre Ideen „reifen“.
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Überarbeiten Sie Ihre Ideen und damit die Mindmap
erneut.
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Stellen Sie die Mindmap fertig.
Die beiden folgenden Beispiele zeigen, wie die oben
dargestellte Liste (Zahlensystem) und die Gliederung (Rechenarten) als
Mindmap angelegt werden können.
Beispiel 1:

Beispiel 2:

Außer den drei grundlegenden Bestandteilen
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Thema (Zentrum)
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Hauptzweige / Hauptpunkte
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Unterpunkte zu einem übergeordneten Zweig
kann die Aussagekraft einer Mindmap mit weiteren
Elementen verbessert werden, wie es in den Beispielen teilweise auch schon
gemacht wurde:
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Zweigverbindungen (auch beschriftet), die Zusammenhänge
zwischen Zweigen verdeutlichen
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Hervorhebungen wichtiger Punkte oder ganzer Zweige
durch Umrandung
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ergänzende Informationen in freien Anmerkungen,
auch mit Unterpunkten
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Verwenden von Grafiken und Symbolen
Weitere Beispiele

Ein Beispiel aus der Physik:

Quellen:
Die allgemeine Darstellung der Methode ist angelehnt
an
Petra und Steffen Bilke: MindManger X5 für
Einsteiger. KnowWare Management.